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Der Anemonenbecherling ist eng an das Buschwindröschen gebunden, genauer gesagt an dessen unterirdische Teile. Aus einem schwarzen, knollenartigen Sklerotium im Boden – mit hellem Inneren und in Verbindung mit den Wurzeln der Pflanze – wächst ein schlanker, oft bis zu 10 cm langer, dunkler Stiel mit einem becher- bis pokalförmigen Fruchtkörper, später oft etwas flacher.
Die Becher selbst sind meist nur 1 bis 3 cm groß und variieren farblich von hell- bis dunkelbraun. Auf dieses „knollige Dauerorgan weist auch der Artname tuberosa hin.
Interessanterweise findet man ihn nicht immer in dichten Blütenteppichen, sondern oft eher an lückigen oder leicht gestörten Standorten. Wer jedoch gezielt unter den weißen Blüten sucht, hat gute Chancen, die kleinen braunen Becher zu entdecken.
Eine mögliche Verwechslung besteht mit dem sehr ähnlichen Scharbockskrautbecherling (Sclerotinia binucleata), der jedoch ausschließlich am Scharbockskraut wächst – auch wenn beide Pflanzen häufig nah beieinander stehen.
Kulinarisch hat der Anemonenbecherling keine Bedeutung. Er ist kein Pilz für die Pfanne, sondern für die stillen Momente im Wald.
Vielleicht ist es genau das, was ihn so besonders macht: Man muss langsamer werden, genauer hinsehen, sich ein wenig auf den Waldboden einlassen. Und plötzlich ist er da – unscheinbar, fast verborgen… und gerade deshalb so besonders.
Schwammerlweib 29.04.2026, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL